5 Fragen an Natascha Maksimovic

"Ich habe mich in Suminagashi verliebt und fühlte mich wirklich mit dem diesem alten Prozess verbunden."

"Ich liebe es, dass Suminugashi ein freier Prozess ist, der nicht wirklich kontrolliert werden kann."


Wie verläuft für gewöhnlich Dein Design Prozess, was inspiriert Dich?


Ich werde inspiriert von alten Handwerksprozessen und bewahre ein handwerkliches Erbe für zukünftige Generationen. Japanische Künste wie Suminagashi, Shodo und Shibori sind die Grundlage für viele meiner Werke geworden. Jeder dieser Prozesse fördert eine Verbindung zwischen Geist und Handwerk, um loszulassen und den Prozess des Handwerks anzunehmen. Die größte Inspiration finde ich am Meer, auf Spaziergängen auf dem Land oder bei der Entdeckung alter Nachschlagewerke in Antiquariaten.

Wie bist Du zur Marbling Technik gekommen?


Ich habe die Druckgrafik immer schon geliebt, die mit Siebdruck und Linoldruck begann. Diese Verfahren sind sehr technisch und präzise und ich begann mich mit Drucktechniken zu befassen, die mehr Freiheit bieten. Bilder von Marmorierung haben schon immer meine Fantasie und mein Interesse geweckt und ich begann langsam, sie zu erforschen, und interessierte mich für den ältesten Teil des Marmorierens, Suminagashi, was „schwebende Tinte“ bedeutet. Es ist ein einfacher Vorgang, bei dem Tinte auf der Wasseroberfläche schwimmt, ohne gestört zu werden. Nur Luft bewegt die Tinte. Ich habe mich in Suminagashi verliebt und fühlte mich wirklich mit dem diesem alten Prozess verbunden.

Welchen Stellenwert haben der Zusammenhang von Farbe und Emotionen in Deinen Arbeiten?

Es ist ein meditativer und wesentlicher Teil meiner selbst und meines geistigen Wohlbefindens, der mit meinen Kreationen verbunden ist, und der Prozess dieser Arbeiten ist ebenso wichtig. Jeder Marmordruck ist ein Unikat und weist seine Unvollkommenheiten auf . Wenn sich die Farben überlappen, gibt es klare Wassermarkierungen und Lücken innerhalb dieser Muster. Es sind diese Unvollkommenheit die ich so interessant und beruhigend finde. Ich beabsichtige abstrakte Gemälde zu schaffen, die Bewegung, Unvollkommenheit und Freiheit ausdrücken. Man soll sich darin verlieren…
Genau wie sich in einem Gemälde zu verlieren. Bei jedem von Hand gefertigten, vorbereiteten und fertiggestellten Stück spiegeln die Marmorkunstwerke die Energie des Künstlers in seinen Mustern frei wider. Sogar Farben reagieren jedes Mal anders, manchmal harmonieren sie, manchmal kämpfen sie um die Vorherrschaft.

Abstraktion und Deutung. Sind die Designs purer Zufall oder versuchst Du das Ergebnis zu beeinflussen - gibt es Themen/ Phasen?

Ich liebe es, dass Suminugashi ein freier Prozess ist, der nicht wirklich kontrolliert werden kann. Zwar habe Techniken, wie man verschiede Muster und Texturen erzielt, aber letztendlich gibt es keine Garantie für das Ergebnis . Das kann frustrierend sein, aber genau das liebe ich an dieser Technik! Themen für verschiedene Farben und Texturen finde ich in der Natur und bei Künstlern. Farbvarianten von mir heißen beispielsweise Seestück, Kirschblüte oder Herbst. Auch habe ich mich von Vincent van Goghs Sternennacht dessen Farben und wirbelnden Pinselstrichen inspirieren lassen oder auch von Gustav Klimts wunderschönen Farbkombinationen mit Gold.

Wo und wie siehst Du Deine Designs besonders gern?


Ich liebe es, mit anderen Künstlern Designern und Unternehmen zusammenzuarbeiten, die von meiner Arbeit inspiriert sind und Orte für meine Arbeiten wählen, die ich niemals für möglich gehalten hätte! Dies ist ein sehr aufregender und lohnender Teil meiner Arbeit.

 

Die Kollektion von Natascha Maksimovic

Suminagashi No 1 Tapete von time to GOHOME
Suminagashi No 1